Psychoanalyse

Freud wies auf die Bedeutung des Unbewussten hin, das bereits durch Erfahrungen aus dem Kindesalter geprägt wurde. Das Unbewusste und die darin verankerten Prägungen führen in bestimmten Fällen zu beobachtbaren Wirkungen oder sogar Erkrankungen. Letztere finden ihre wissenschaftliche Bestätigung z. B. als sogenannte „Psychosomatische Erkrankungen“. Unbewiesen bzw. müßig erscheint auch der Versuch einer Unterscheidung in Richtung erblicher (genetischer) Vorbestimmungen.

Dazu lohnt ein Blick auf die Existenzphilosophie im 17. Jahrhundert, nach der die menschliche Existenz ebenso als Sinnestäuschung gesehen werden konnte, sich also alles auf eine Einbildung bezog. Die Äußerung des französischen Philosophen René Descartes („Ich denke, also bin ich“) sollte damals den Beweis der realen menschlichen Existenz erbringen.

Diese Frage lässt sich aktuell auch in Bezug auf die Vieldeutigkeit bzw. Vielschichtigkeit der Persönlichkeit – der Existenz des Ichs – diskutieren (vgl. dazu auch Sigmund Freud, Instanzenmodell der Psyche  – vgl. Menüpunkt Tiefenpsychologie).

Die Antwort auf die tiefer führende Frage – „Wer bin ich?“ oder „Wie sehen mich andere?“ erfordert ggf. eine weitergehende Betrachtung (Analyse).

Eine allgemeingültige Methode zur Ergründung, z. B. eine bestimmte Behandlung (Therapie) zu empfehlen, lässt sich nicht anführen. Eine Therapie erscheint jedoch dann erforderlich, wenn sich belastende oder sogar krankhafte Symptome zeigen. Aber auch der erkenntnisgeleitete Wunsch nach Feststellung und ggf. Aufarbeitung eigener Prägungen kann sich einstellen (Selbsterkenntnis).