Lernbereiche

Lernbereich 1 – Merkmale eines Modellunternehmens

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Innerhalb dieses Bereichs geht es darum, die Schülerin und den Schüler mit einem Modellunternehmen bekannt zu machen, welches in seiner Struktur und Funktion auch für die weiteren Lernbereiche eine Grundlage bildet.

Fachkompetenzen Hinweise zum Unterricht

1.1 Wesentliche Angaben über das Modellunternehmen kennen

z. B. Name, Rechtsform, Gesellschafter und Geschäftsführer, Sitz der Firma, Gegenstand des Unternehmens (z. B. Sortiment), Kapitalausstattung und Geschäftskontoverbindungen, Registereintrag, Steuernummer, ggf. USt.-Identnummer, Post- und Lieferanschrift

Lernbereich 2 – Aufbauorganisation

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Es sind damit die bleibenden fundamentalen Funktionen und Zuständigkeiten zu verstehen, denen z. B. ein Arbeitnehmer beim Eintritt in das Unternehmen begegnet.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

2.1 Abteilungsgliederung kennen
z. B. Einkauf, Lager, Rechnungswesen, Verwaltung und Personalwesen

2.2 Ziele und Aufgaben der Abteilungen erarbeiten
z. B. Einkauf: Warenbedarf und Bezugsquellen, Angebote einholen und vergleichen, Bestellungen überwachen, Eintragen in Unterlagen, Auswerten von Zahlenmaterial und Kontrolle

2.3 Funktionen und Zuständigkeiten (Ränge) Mitarbeitern (Schülern) zuordnen
Stellenbeschreibung

2.4 Die Bedeutung einer nach Kompetenzen gegliederten Organisation erkennen
z. B. Geschäftsführer, Prokurist, Abteilungsleiter (Managementebenen), Sachbearbeiter

2.5 Arbeitsplatzeinrichtung übernehmen und entwickeln
z. B. Ordner. Karteien, Listen, Formulare, Ablagesystem; ggf. EDV-Unterstützung, sonstige Bürogeräte

2.6 Wesentliche Formen zur Beschreibung der gegebenen Organisation beispielhaft anwenden
z. B. Organigramm, Funktionendiagramm, Stellenbeschreibung

Lernbereich 3 – Geschäftsbeziehungen

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Unverzichtbarer Bestandteil nachgeahmter Büropraxis sind Kunden und Lieferer sowie weitere Dienstleistungsstellen wie Kreditinstitute, Post, Bahn, Versicherungen und Behörden. Solche nicht zum eigenen Modellunternehmen zählenden Betriebe werden verschiedentlich auch unter dem Begriff „Außenstellen“ zusammengefasst.
Methodisch sollten deren Funktionen ebenfalls von Schülerinnen und Schülern übernommen werden.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

3.1 Ziele und Aufgaben der Kunden als selbsständige Handelsunternehmen (Einzelhandelsbetriebe) darstellen
wesentliche Funktionen wie z. B. Bestellwesen, Lagerverwaltung, Zahlungsabwicklung

3.2 Ziele und Aufgaben der Lieferer als selbsständige Unternehmen (Produktionsbetriebe) darstellen
wesentliche Funktionen wie z. B. Beschaffung, Produktion, Lagerung, Absatz, Zahlungsabwicklung

3.3 Für den wesentlichen Geld- und Güterverkehr sowie Informationsaustausch notwendige Tätigkeiten ausführen
z. B. Dienste der Post, Bahn, Kreditinstitute, Versicherungen, Finanzamt, Amtsgericht, Auskunftei

3.4 Den volkswirtschaftlichen Zusammenhang einer arbeitsteilig gegliederten Wirtschaft erkennen
Kreislaufsysteme (Güter/Dienstleistungen, Entgelte; Produktionsfaktoren)

Lernbereich 4 – Betriebliche Leistungserstellung

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Unabhängig von der eigenen Modellunternehmung ist es für die Schülerinnen und Schüler wichtig, den wesentlichen Unterschied in der Leistungserstellung eines Produktionsbetriebes bzw. Dienstleistungsbetriebes zu erkennen.

Während das Modellunternehmen einen Dienstleistungsbetrieb (Großhandel) darstellen sollte, kann ein Produktionsbetrieb am Beispiel eines mit unserem Modellunternehmen in Geschäftsbeziehung stehenden Lieferers behandelt werden.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

4.1 Aus dem gegebenen Modellunternehmen die Dienstleistungsfunktionen der Handelsbetriebe ableiten
z. B. Sortimentsbildung, Raumüberbrückung, Lagerung (Zeit- und Mengenausgleich), Verteilung, Beratung; vgl. die Gegebenheiten bei der Modellunternehmung

4.2 Leistungserstellung der Produktionsbetriebe am gegebenen Beispiel eines Lieferers der Modellunternehmung aufzeigen

  • Produktionsfaktoren und deren Kombinationerforderliche Mitarbeiter (z. B. Fachkräfte)
  • Verwendung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen
  • notwendige Betriebsmittel
  • Fertigungsverfahren

Lernbereich 5 – Ablauforganisation

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Inhalte zur Ablauforganisation betreffen die Regelungen für die Vorgänge und das Zusammenwirken der Beteiligten. Zum einen geht es hier um die Darstellung der konkreten Sachverhalte innerhalb des Modellunternehmens und zum anderen um die Vermittlung wichtiger Darstellungstechniken, Managementkonzeptionen und Organisationsgrundsätze.

Mit diesem Lernbereich liegt der Schwerpunkt in der Erarbeitung allgemeiner Aussagen zur Ablauforganisation. Als Beispiel dienen die vorhandenen generellen Regelungen innerhalb des Modellunternehmens (vgl. auch verbale Arbeitsanweisungen). Es findet also ein modellhafter Geschäftsablauf statt.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

5.1 Nummern- und Belegorganisation am Beispiel der Modellunternehmung entwickeln
z. B. Artikel-, Kunden- und Lieferernummern; Vorgangs- und Formularnummern (vgl. Schlüsselsysteme)

5.2 Wesentliche Arbeitsabläufe erkennen und darstellen
z. B. verbale Arbeitsanweisungen, Arbeitsablaufdiagramm, Funktionendiagramm, Balkendiagramm (Gantt)

5.3 Grundlegende Vorgänge in organisatorischen Unterlagen festhalten

  • z. B. Vorgangstabellen
  • Postein- und -ausgangsbuch
  • Bestell- und Auftragsbuch
  • weitere Tabellen (Listen) (vgl. EDV-Bewegungsdaten)

z. B. Karteien

  • Artikel-/Lager-, Personalkartei
  • Kunden- und Liefererkartei (vgl. EDV-Stammdaten: Artikel-, Lager- und Personaldatei; Kunden- und Liefererdatei)

5.4 Möglichkeiten der Auswertung von Daten erkennen und zu ausgewählten Anlässen anwenden
z. B. Einkaufs-, Lager-, Verkaufsstatistik; Personalstatistik

5.5 Prinzipien zur Gestaltung von Vordrucken kennen und am Beispiel vorgegebener Arbeitsabläufe betriebsinterne Vordrucke entwerfen
z. B. Zeilenabstand, Spaltenbreite, Leitwörter, Fluchtlinien; Auswahlantwort; SteuerungsfunktionVordrucke: z. B. Bedarfsmeldung, Versandauftrag, Wareneingangsmeldung; weitere Erfassungs- und Auswertungsunterlagen (vgl. EDV-Bildschirmmasken, Listenauswertungen, Ausdrucke)

5.6 Im Modellunternehmen vorgegebene Organisationsstrukturen und Managementkonzeptionen herausarbeiten
z. B. generelle und fallweise Anweisungen, Führung durch Übertragen von Verantwortung, Managementfunktionen

Lernbereich 6 – Ablauforganisation

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Mit den einzelnen Stufen des Leistungsprozesses stellt sich die eigentliche Betriebsleistung dar. Es lassen sich dabei zwei Hauptbereiche unterscheiden, welche in der vergleichbaren Form zweier Kreislaufsysteme die Aktivitäten in bezug auf die Kunden (Absatz) und Lieferer (Beschaffung) beschreiben. Als ergänzende Funktion ist die Lagerung zu nennen.

Um die Bedeutung der Ausrichtung auf den Kunden hervorzuheben, wird dieser Bereich zuerst behandelt. Er erscheint auch aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler stofflich näher.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

Stufen des Leistungsprozesses – Absatz

Die Analyse des Absatzmarktes stellt eine grundlegende Tätigkeit innerhalb eines Unternehmens dar. Der Marketinggedanke tritt dabei in besonderem Maße in den Vordergrund.

6.1 Verfahren zur Marktbeobachtung und Marktforschung beispielhaft durchführen und daraus eine Absatzprognose für ein ausgewähltes Produkt ableiten
z. B. Messung des Produktimages, Kundenbefragung, Analyse von Zeitschriften

6.2 Eine Kombination der Marketinginstrumente für das Unternehmen zusammenstellen und umsetzen
z. B. schwerpunktmäßig Preisgestaltung (Preislisten, Verkaufskonditionen), Warensortiment, Werbemaßnahme (z. B. durch Verkaufsprospekt)

6.3 Angebote ohne bzw. nach Anfragen von Kunden abgeben und damit verbundene organisatorische Arbeiten erledigen
z. B. Eintragen Tabelle (Liste) zur Angebotsüberwachung und in Kundenkartei

6.4 Aufträge entsprechend den funktionsspezifischen Betriebsbereichen (Abteilungen) bearbeiten und registrieren
Lösungsmöglichkeiten wie z. B. Abteilung
VERKAUF – ggf. Aufragsbestätigung schreiben, Versandauftrag ausfüllen, Eintragungen (Vorgangslisten, Kunden-, Auftragskartei)
LAGER/VERSAND – Warenversand durchführen (Versandunterlagen erstellen, Versandauftrag ergänzen), Warenausgang eintragen (Vorgangslisten, Lagerkartei)
VERKAUF – Rechnung erstellen (nach Rücklauf des Versandauftrages), Eintragungen (Vorgangslisten, Kunden-, Auftragskartei – vgl. auch LB 5.3
EDV: Sie geht von anderen, meist integrierten Abläufen aus.

6.5 Verkaufskontrolle anhand vorhandener Information durchführen, insbesondere am gegebenen Fall Maßnahmen zum Zahlungs- und Annahmeverzug und zu einer Mängelrüge des Kunden ergreifen
z. B. Abteilung VERKAUF – Offene-Posten-Verwaltung, Mahnwesen, Rechte des Lieferers bei Zahlungs- bzw. Annahmeverzug des Kunden, Rechte des Kunden bei einer Mängelrüge, Überwachen der Verkaufsabwicklung und Verkaufsstatistik (vgl. auch LB 5.3 und 5.4)

Lernbereich 7 – Zahlungsausgleich durch den Kunden

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Wegen der Geschlossenheit bei der Auftragsabwicklung innerhalb des Modellunternehmens müssen auch die buchhalterischen Auswirkungen eines Warenverkaufs beachtet werden. Dazu kann es sinnvoll sein, den Ablauf nicht nur aus der Sicht des Modellunternehmens sondern auch aus der des Kunden darzustellen.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

7.1 Rechnungsausgang sowie den nachfolgenden Zahlungsausgleich einschließlich evtl. Nachlässe buchen und registrieren
z. B. Abteilung RECHNUNGSWESEN – Buchen der Forderung, Buchen von Nachlässen (Debitorenbuchhaltung)

7.2 Besondere Vereinbarungen zum Zahlungsausgleich am gegebenen Fall ermöglichen und Buchen
z. B. Abteilung VERKAUF bzw. RECHNUNGSWESEN – Verlängerung des Zahlungszieles, Wechselzahlung, Vereinbarung einer Kreditobergrenze (Limit)

7.3 Rechnungseingang sowie nachfolgenden Zahlungsausgleich einschließlich evtl. Nachlässe aus der Sicht des Kunden darstellen
ggf. Außenstelle KUNDEN – Buchen des Vorganges als Verbindlichkeit des Kunden (dort Kreditorenbuchhaltung)

Projektbereich (Lernaufgaben)
Lernaufgaben bieten innerhalb eines Bildungsganges Gelegenheit, fächerübergreifend zu unterrichten. Dazu sind im Lernbereich 12 Beispiele von Situationsaufgaben aufgeführt.

Lernbereich 8 – Stufen des Leistungsprozesses – Personalwirtschaft

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Für diesen Bereich stehen auch wesentliche Informationen durch das gegebene Modellunternehmen zur Verfügung. Gleichzeitig soll es möglich sein, Elemente der Personalwirtschaft ergänzend zu entwickeln bzw. zu verändern. Letzteres wird schon dadurch notwendig, dass die Schülerin und der Schüler als Mitarbeiter der Modellunternehmung auftreten.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

8.1 Den Personaleinsatz planen und eine Personalbeschaffung beispielhaft durchführen
Personaleinsatz- und Bedarfsplan; Stellenbeschreibung, -bewerbung und Einstellung

8.2 Personaleingliederung durchführen und dabei Grundsätze der Personalführung mitteilen
Stellenbeschreibung (Mitarbeiterbeurteilung, Zeugnis u. ä.)

8.3 Personal nach Fähigkeit sowie den betrieblichen Erfordernissen einsetzen
z. B. Einsatzplan; Entlohnung; Aufgabenwechsel (Jobrotation), Aufgabendefinition und -verteilung (Jobenlargement/Jobenrichement); Arbeitsplatzorganisation, Fortbildungsmaßnahmen; statistische Auswertungen (vgl. LB 5.3 und 5.4)

Lernbereich 9 – Stufen des Leistungsprozesses – Lagerung

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Der Bereich der Lagerung lässt sich in Arbeiten einteilen, welche im Rahmen der üblichen Vorgänge (Warenein- und -ausgänge nach Bestellungen gegenüber Lieferern bzw. Aufträgen von Kunden – vgl. dazu LB 10.4 bzw. 6.4) und Tätigkeiten, die spezifische Funktionen des Lagers ansprechen. Bei den Warenbewegungen stellt sich die Frage, wie diese im Rahmen eines simulierten Ablaufs konkret, also gegenständlich nachempfunden werden können. Dies ist z. B. durch die Verwendung von Warenmustern bzw. entsprechenden EDV-gerechten Artikeletiketten (auf einem geeigneten Träger) möglich, woraus für die Praxis wichtige zusätzliche Erkenntnisse gewonnen werden können (z. B. körperliche Bestandsaufnahme und -kontrolle, Warensortierung und -versand).

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

9.1 Routinearbeiten erledigen, die dem Bereich Lager zuzurechnen sind
z. B. Warenbestände überwachen (einschl. Inventur), Waren anfordern (Bedarfsmeldung), Wareneingang kontrollieren und eintragen, Wareneingangsmeldung ausfüllen, ggf. Ware einsortieren/lagern, Warenausgang durchführen und eintragen in Unterlagen (Vorgangslisten, Lagerfachkarte, Lagerkartei)
Lagerbuchführung, Lagerkasse; Lagerstatistik

9.2 Besondere Aufgaben (Situationsaufgaben) zum Funktionsbereich Lager lösen
z. B. Bestandsoptimierung, Lagerkennziffern, Lagerzins, Analyse der Lagerstatistik (z. B. Abweichungsanalyse)
EDV: Die Lagerverwaltung erfolgt hier häufig automatisch im Zusammenhang mit dem Auftrags- und Bestellwesen.

Lernbereich 10 – Stufen des Leistungsprozesses – Beschaffung

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Die Beschaffung von Waren ist im Großhandel Bestandteil der betrieblichen Leistung. Sie ist dabei eng mit den Erkenntnissen und Wirkungen der Absatzseite verbunden.

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

10.1 Die Einkaufs-(Bedarfs)planung nach den Erfordernissen der Absatz- und Beschaffungsseite situationsgerecht durchführen
Bedarfs-, Mengen-, Zeitdisposition; Ermittlung geeigneter Bezugsquellen

10.2 Angebote einholen (Anfragen) und damit verbundene organisatorische Arbeiten erledigen
ggf. bestimmte Regelungen ansprechen wie z. B. Preisnachlässe, Kauf zur Probe

10.3 Anhand der einzelnen Punkte eines Angebotes sowie weiterer Kriterien Angebote vergleichen
Inhalte eines Angebotes; z. B. Zuverlässigkeit des Lieferers

10.4 Nach günstigstem Angebot bedarfsgerechte Bestellung durchführen und damit verbundene organisatorische Arbeiten erledigen
Lösungsmöglichkeiten wie z. B. Abteilung
LAGER/VERSAND – Bedarfsmeldung ausfüllen; Eintragungen (Vorgangslisten, Lagerkartei)
EINKAUF – ggf. Anfrage schreiben, nach Wahl des geeigneten Angebotes Bestellung schreiben; Eintragungen (Vorgangslisten, Lieferer-, Bestellkartei)
LAGER/VERSAND – Wareneingang erledigen (Wareneingangsmeldung erstellen, ggf. Bedarfsmeldung ergänzen), Wareneingang eintragen (Vorgangslisten, Lagerkartei)
EINKAUF – Eingangsrechnung prüfen (nach Erhalt der Wareneingangsmeldung und ggf. Rücklauf der Bedarfsmeldung); Eintragungen (Vorgangslisten, Lieferer-, Bestellkartei)
EDV: Sie geht von anderen, meist integrierten Abläufen aus.

10.5 Einkaufskontrolle anhand vorhandener Information durchführen, insbesondere am gegebenen Fall Maßnahmen zum Lieferungsverzug und zur Mängelrüge gegenüber dem Lieferer ergreifen
z. B. Abteilung EINKAUF – Offene-Posten-Verwaltung, Rechte beim Lieferungsverzug und mangelhafter Lieferung des Lieferers, Rechte des Lieferers bei eigenem Zahlungsverzug; Überwachung der Einkaufsentwicklung; Einkaufsstatistik (vgl. auch LB 5.3 und 5.4)

Lernbereich 11 – Stufen des Leistungsprozesses – Zahlungsausgleich an den Lieferer

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Ähnliches wie bei den Ausführungen zu Lernbereich 7 gilt auch für die Beziehung zum Lieferer

Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

11.1 Rechnungseingang sowie den nachfolgenden Zahlungsausgleich einschließlich evtl. Nachlässe aus der Sicht des Modellunternehmens buchen und registrieren
z. B. Abteilung RECHNUNGSWESEN – Buchen der Verbindlichkeit, Buchen von Nachlässen (Kreditorenbuchhaltung)

11.2 Besondere Vereinbarungen zum Zahlungsausgleich am gegebenen Fall mit dem Lieferer aushandeln und Buchen
z. B. Abteilung EINKAUF bzw. RECHNUNGSWESEN – Verlängerung des Zahlungszieles; Wechselzahlung; Vereinbarung eines Kreditrahmens

11.3 Rechnungsausgang sowie nachfolgenden Zahlungsausgleich einschließlich evtl. Nachlässe aus der Sicht des Lieferers darstellen
ggf. Außenstelle LIEFERER – Buchen des Vorganges als Forderung des Lieferers (dort Debitorenbuchhaltung)

Lernbereich 12 – Stufen des Leistungsprozesses – Situationsaufgaben zu den wesentlichen Arbeitsbereichen, ggf. funktionsspezifische Arbeit innerhalb der jeweiligen Bereiche (besondere Ablaufsteuerung) einschließlich Projektbereich

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Arbeiten innerhalb der einzelnen Betriebsbereiche sind generell regelbar (Routinetätigkeit) oder erfordern individuelle Entscheidungen und Anordnungen (fallweise Regelungen). Letztere können im Rahmen des üblichen Geschäftsablaufs entstehen oder werden durch die Lehrerin oder den Lehrer in Form einer besonderen Ablaufsteuerung zusätzlich vorgegeben.

Wesentliche Routinetätigkeiten betreffen z. B. die Abteilungen Rechnungswesen, Allgemeine Verwaltung (Personalabteilung) und Marketing, welche im Rahmen der Matrixorganisation Leistungen an die Hauptabteilungen Einkauf, Lager sowie Verkauf abgeben.

Lernbereich 12.1 – Situationsaufgaben zu den Funktionsbereichen der Hauptabteilungen einschließlich Projektbereich

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Fachkompetenzen und Hinweise zum Unterricht

12.1.1 Für die Funktionsbereiche der Hauptabteilungen typische zusätzliche Situationsaufgaben bearbeiten
z. B. in der Abteilung
EINKAUF – Leistungsstörungen beim Lieferer (z. B. fehlerhafte Lieferung, Lieferungsverzug); Analyse der Bezugsquellen; Bezugskostenanalyse; optimale Bestellmengen und Bestellzeitpunkte; Vergleich der Allgemeinen Geschäftsbedingungen verschiedener Lieferer
LAGER/VERSAND – Bezugskostenkalkulation; Lagerbewertung; Lagerkosten (optimale Lagerhaltung); Transportkosten beim Versand
VERKAUF – Sortimentspolitik und kalkulatorischer Ausgleich; Vorkalkulation; Leistungsstörungen beim Kunden (z. B. Zahlungsverzug)

12.1.2 Für die Funktionsbereiche der Leistungsabteilungen typische zusätzliche Situationsaufgaben erledigen
z. B. in der Abteilung
ALLGEMEINE VERWALTUNG
Personalabteilung – Personalplanung
Einstellen bzw. Entlassen von Mitarbeitern (vgl. dazu LB 6 – Personalwirtschaft), Urlaubsplanung, Personaleinsatzplanung (z. B. Jobrotation); Aufgaben des Datenschutzes
Geschäftsleitung – Führungsentscheidungen; Kontrolle einschließlich Abweichungsanalyse
WERBUNG – Werbekosten und Werbeerfolg, Messung des Produktimages, Marktbeobachtung und -erkundung, Werbemaßnahmen (Marketingmix)
RECHNUNGSWESEN – Nachkalkulation, Bilanzanalyse und -kritik; Finanzierung und Budgetierung

12.1.3 Für die verbundenen AUßENSTELLEN typische zusätzliche Situationsaufgaben erledigen
z. B. PRODUKTIONSBETRIEBE – wahlweise sämtliche Funktionsbereiche, insbesondere Fertigungsplanung; Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung; Stücklistenkalkulation; Industriebuchführung
EINZELHANDELSBETRIEBE – wahlweise sämtliche Funktionsbereiche, insbesondere Anpassung an saisonale Absatzschwankungen; Kalkulation des Einzelhandels
SONDERSTELLEN – z. B. Kreditsicherung durch Einholen von Ausküften (AUSKUNFTEI); Lohnsteuerjahresausgleich der Arbeitnehmer (FINANZAMT); Grundsteuer (KOMMUNALVERWALTUNG); Grundbuch- und Handelsregistereintragungen (AMTSGERICHT); Anlageberatung; Kontoabrechnungen; Kreditvergabe (KREDITINSTITUTE)

Lernbereich 12.2 – Projektbereich – Lernaufgaben mit fächerübergreifender Aufgabenstellung

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Problemstellungen aus solchen Lernaufgaben zeigen den Schülerinnen und Schülern, welche unterschiedlichen Einflüsse und Auswirkungen innerhalb betrieblicher und darüber hinausgehender Aufgaben liegen.

Damit sind unterrichtliche Schwerpunkte von Nachbardisziplinen (anderer Fächer) angesprochen.

Beispiele: Das Modellunternehmen orientiert sich verstärkt am europäischen Markt.
Schwerpunkte könnten sein:

Einstellen eines ausländischen Mitarbeiters

Lernbüro:
Anfertigen der Stellenbeschreibung

Deutsch:
inhaltliche, sprachliche Formulierung; Rechtschreibung

Fremdsprache:
Analyse des in einer Fremdsprache vorliegenden Textes (ggf. Übersetzen)

Betriebswirtschaftslehre:
rechtliche Fragen zum Anstellungsvertrag

Textverarbeitung/Büropraxis:
Entwurf geeigneter Textbausteine

Marktuntersuchung zur Einführung eines neuen Artikels

Lernbüro:
Analyse bisheriger Verkaufszahlen

Deutsch:
s. o.

Fremdsprache:
s. o.

Lernbereiche bei eher automatisierter Verarbeitung

Diese Lernbereiche gliedern sich in

  • eher allgemeingültige und
  • eher betriebsorganisatorisch bedingte

Lernziele.

Zu den ersten sind z. B. allgemein verbreitete Anwendungen (Office Software) zu rechnen. Die letzteren lassen sich häufig als spezielle für den Betrieb eingesetzte Software (Branchensoftware) kennzeichnen.

Allgemein verbreitete Anwendungen (Office Software)

Strukturidentische Abläufe werden mit Hilfe bestehender Office-Lösungen bearbeitet, z. B.
  • Übersicht der Mitarbeiter, Personalbogen mit Stellenbeschreibung, Mitarbeiterwerbung, Anstellungsvertrag
  • Schriftverkehr zu Anfragen an Lieferer, Liefererangebot, Bestellung; Einkaufskalkulation, Angebotsvergleich
  • Lagerbestandsliste, Lagerbestandsüberwachung mit Bedarfsmeldung, Lagerkennziffern
  • Absatzanalyse Kunden (Umsatzübersichten, Imageanalyse bei Artikeln, Kundenpräferenzen), Werbemaßnahmen (Sonderangebote)
  • Schriftverkehr zu Kundenanfragen, Angeboten, Aufträgen, Verkaufskalkulation, Verkaufskonditionen
  • Kostenkontrolle (Nachkalkulation, Personalkosten), Erfolgsrechnung, Verwaltung der Zahlungskonten (Überweisungen), Finanzierung

    von außerbetrieblichen Diensten (Lernbüroaussenstellen): z. B.
  • Nachrichtendienst, Post- und Warentransport; Informationsdienst (Auskunftei)
  • Zahlungsdienste der Geldinstitute (Überweisungen), Kreditverwaltung (Dispositionskredite, Grundschulddarlehen)

Strukturidentische Abläufe mit Hilfe neuer Office-Lösungen erstellen

Neue Problemlösungsansätze zu finden und umzusetzen, stehen hier als Kenntnisse und Fähigkeiten im Vordergrund.

Branchentypische Anwendungen

Sie bieten umfassende integrierte Lösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen innerhalb der Betriebsorganisation. Einzelne Teilabläufe werden dabei meist undurchschaubar. Es zählt nur das funktionale Ergebnis, ausgelöst durch wenige nur der kundigen Bearbeiterin/dem kundigen Bearbeiter verständlichen Bedienungsschritte bzw. Tasteneingaben.

Für den Unterricht im Lernbüro hat dies u. a. folgende Auswirkungen:

  • Der Rationalisierungseffekt schließt in einer funktionsspezialisierten Lernbüroarbeit Arbeitskräfte (Schüler) aus.
  • Das spezielle Anwendungswissen lässt sich nicht automatisch auf andere Betriebssituationen der Praxis übertragen.
  • Spezielle Aneignungsstrategien für den Umgang mit professioneller Software werden erforderlich.
  • Erworbene Bedienkompetenzen unterliegen einem steten Wandel (Verlust der Aktualität)
  • Der Lernaufwand steht in einem Missverhältnis zum Lernertrag, da die zur Verfügung stehende Lernzeit schulbestimmt endet.

Eine mögliche Abhilfe ließe sich als eine funktionsparallele Schulung (Schüler bearbeiten zeitgleich die gleichen Abläufe) finden, mit dem Nachteil des Verlustes der eigentlich pädagogisch intendierten Lernbüroarbeit mit ihren funktionsspezialisierten Abläufen (Schüler bearbeiten zeitgleich jeweils sich unterscheidende Abläufe).

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Ende der Lernzielbereiche

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